Kinder , Küche und KI
Gibt es Beispiele für KI, die wir vielleicht sogar täglich nutzen?
Gabriel: Ja, sehr viele sogar. Neben den bekannten Sprachassistenten Alexa und Siri findet man künstliche Intelligenz, also KI, in Roboterstaubsaugern. Wenn beim Surfen im Internet ein bestimmtes Produkt vorgeschlagen wird, analysiert im Hintergrund eine KI den Browserverlauf oder auch wenn das Navi am Handy benutzt wird, lotst eine KI durch den Verkehr.
Das heißt, es gibt auch KI, die Vorteile hat und unseren Alltag vereinfacht?
Gabriel: Definitiv, überall wo es um das Auswerten großer Datenmengen geht, kann das eine KI schneller und gründlicher als ein Mensch. So gibt es viele Verbesserungen in der Medizin, etwa einen Scanner für Hautkrebs, der Muttermale abscannt oder KI, die mit Verkehrsüberwachungskameras vernetzt ist und den Nutzern am Nawi den Stau anzeigt, damit man ihn umfahren kann.
Beeinflusst KI auch unser Familienleben?
Gabriel: Ja. Man übersieht, dass es heute schon sehr viel Spielzeug mit eingebauter KI gibt, z. B. Stofftiere mit Mikrofon und Sprachausgabe, Sprachassistenten sind in vielen Haushalten zu finden genauso wie Smartphones. Kinder komplett davon weg zu halten wird gar nicht gehen. Wichtiger ist, wie man damit umgeht. Studien haben gezeigt, dass gerade Kinder zwischen 5-7 Jahren einem Gerät unterschiedliche Persönlichkeit zuweisen und mit dem Gerät wirkliche Unterhaltungen beginnen wie mit einem Menschen. Man muss also sehr aufpassen, diese Geräte nicht zu vermenschlichen.
Wie können Eltern damit verantwortungsbewusst umgehen?
Gabriel: Zum einen einmal sollten sie informiert sein und wissen, womit man es überhaupt zu tun hat. Und dann regelmäßig darüber mit den Kindern sprechen, gerade wenn es um den Bereich Sicherheit im Netz geht, ist das ganz wichtig: Beim Phänomen Grooming nutzen Erwachsene gezielt auch KIs, um über das Internet das Vertrauen von Kindern zu erschleichen, mit dem Hintergedanken, die Kinder sexuell zu missbrauchen. Das geht so weit, dass man im Videochat zwar einer vermeintlich Zehnjährigen gegenüber sitzt, in Wirklichkeit aber sitzt ein 40jähriger Mann dahinter … Ein solches KI-generiertes Videoheißt deep fake und diese werden technisch immer ausgereifter und damit immer schwieriger von der Realität zu unterscheiden. Es ist wichtig, dass Kinder darüber Bescheid wissen. Resilienz ist auch ein wichtiges Stichwort, genauso wie Kindern lernen „Nein“ zu sagen. Genau das brauchen wir fürs Digitale.
Das heißt, wir sollten uns als Eltern mehr mit dem Thema befassen?
Gabriel: Definitiv, man muss sich für den Alltag der Kinder und Jugendlichen interessieren und sich darauf einlassen: gemeinsam Dinge ausprobieren, sich von seinem Kind oder den Enkeln zeigen lassen, was sie gerne spielen und in welchen Online-Welten sie sich bewegen – immer mit einem kritischen Blick darauf, ohne vorschnell zu verurteilen
HS-Prof. Mag. Dr. Sonja Gabriel, MA MA Ist Hochschulprofessorin für Mediendidaktik und Medienpädagogik an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/NÖ und wird im Rahmen der Tagung „KI und das Familienleben“ einen Impulsvortrag zum Umgang mit der KI für Familien halten. |
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Kostenlose Enquete in Salzburg:
KI und das Familienleben – Vernetzt und Verbunden
Wann: Freitag, 11. April 2025, 14 bis 17:00 Uhr
Wo: Bildungshaus St. Virgil, Ernst-Grein-Straße 14, 5020 Salzburg
Siri als Babysitter, Alexa als Nachhilfelehrerin? Was ist künstliche Intelligenz, wie beeinflusst sie unser Familienleben und wie gehen wir gut damit um?
Eine kostenlose Veranstaltung für Eltern, Großeltern, Leihgroßeltern und Interessierte. Eine Mitgliedschaft beim Katholischen Familienverband ist keine Voraussetzung. Anmeldung unter: info@familie.at bis 9. April 2025
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