Katholischer Familienverband zum Welt Down Syndrom Tag: Vorhaben im Regierungsprogramm schnell umsetzen
Ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung ist für den Präsidenten des Katholischen Familienverbandes die Anhebung der Deckelung für die sonderpädagogische Förderung von 2,7 auf 4,5 Prozent: „Das ist prinzipiell gut; optimal wäre natürlich, wenn alle Schüler/innen, die diese Förderung benötigen, diese auch bekommen und es keine Deckelung mehr gibt“, so Mender.
Positiv beurteilt er auch die Einführung und Finanzierung einer Ganztagsbetreuung an inklusiven Schulen: „Auch Familien mit Kindern mit Behinderung haben Wahlfreiheit verdient, und diese ist nur gegeben, wenn es auch einen Platz gibt, an dem das Kind bestmöglich gefördert und betreut werden kann“, ist Mender überzeugt. „Die Umsetzung selbst liegt natürlich immer bei der Schule, und wir sollten es wertschätzen, welche wichtige Arbeit hier im Sinne der Gesellschaft passiert. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den verantwortlichen Pädagog/innen bedanken“, so Mender.
Für ihn ist klar: „Das Regierungsprogramm geht in die richtige Richtung, aber es muss in Österreich viel mehr für die Inklusion von Menschen mit Behinderung getan werden, und das Thema darf uns nicht nur zu Anlässen wie dem World-Down-Syndrom Tag begleiten“, so der Präsident der größten überparteilichen Familienorganisation. Er wünscht sich, dass Kinder mit Behinderung ganz selbstverständlich im Schulsystem mitgedacht und die bürokratischen Hürden für betroffene Familien minimiert werden.
Hilfe und Unterstützung bei administrativen Wegen, die mit einer Behinderung verbunden sind, finden betroffene Eltern beim Team FiLO des kirchlichen Instituts „Ehe und Familie“: „Hier erhalten sie juristische und psychosoziale Beratung Unterstützung bei Behördenwegen“, verweist Mender auf das konkrete Unterstützungsangebot: https://www.ief.at/team-filo/
Das steht im Regierungsprogramm zum Thema Bildung und Inklusion
- Die Sonderschulen und FIDS (Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik) werden weiterentwickelt und ergänzt durch ein Angebot, in dem Kinder ohne Behinderung Integrationsklassen besuchen und dort mit beeinträchtigten Kindern gemeinsam lernen.
- Erkenntnisse aus den Modellregionen sollen in ein österreichweites inklusives Bildungssystem einfließen.
- Einführung eines verpflichtenden Moduls der inklusiven Pädagogik im Rahmen des regulären Lehramtsstudiums. Zudem Einführung einer eigenständigen Lehramtsausbildung für Inklusion und Sonderpädagogik.
- Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf einführen und entsprechende Lehrpläne entwickeln.
- Schrittweiser Ausbau eines barrierefreien und inklusiven Bildungsangebots in der Sekundarstufe II mit dem Ziel, die Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern.
- Neukonzipierung des sonderpädagogischen Förderbedarfs inklusive bedarfsgerechter Ausstattung (genauere Definition der Vorgaben), bis dahin Anhebung der Deckelung für sonderpädagogische Förderung von 2,7 Prozent auf 4,5 Prozent. Einführung und Finanzierung von Ganztagsbetreuung an inklusiven Schulen.
- Die Gemeinden aus der Verantwortung entlassen, die Kosten für die Schulassistenz für Schülerinnen und Schüler, die ein Recht auf Schulassistenz haben, zu tragen.
Regierungsprogramm „Jetzt das Richtung tun. Für Österreich“, Seiten 187 bis 188.